Eine Zeitreise durch die Jahrzehnte, Teil 1: Handtaschen in den 1910er, 20er, 30er und 40er Jahren

Eine Zeitreise durch die Jahrzehnte, Teil 1: Handtaschen in den 1910er, 20er, 30er und 40er Jahren

Wie haben sich Handtaschen in den letzten Jahrzehnten entwickelt? Eine, wie wir finden, sehr spannende Frage. In unserer Zeitreise durch die vergangenen Jahrzehnte begeben wir uns auf die Suche nach Handtaschen, die zum Trend wurden und in der historischen Entwicklung der Damenhandtasche nicht mehr wegzudenken sind. Bei unserem ersten Zwischenstopp schauen wir uns an, welche Modelle Frauen in den 1910er, 20er, 30er und 40er Jahren getragen haben.

Die Jahre 1910 bis 1940 wurden durch zwei Weltkriege und die daraus resultierenden gesellschaftlichen Veränderungen geprägt. Diese Veränderungen trugen maßgeblich zur Emanzipation der Frau und einer Gleichberechtigung der Geschlechter bei. Dementsprechend veränderte sich auch die Mode der Frau im Laufe der Jahrzehnte. In den frühen 1910er Jahren wurde, vor allem geprägt durch Coco Chanel, das Korsett abgeschafft. Frauen trugen nun zunehmend mehr Hosen – ein großer Schritt der Frauenbewegung.

Außerdem wurden mit der immer größeren Mobilität der Frauen (und Männer) – vor allem durch die Eisenbahn und ein rapide wachsendes Schienennetzwerk – Taschen immer wichtiger. Die Taschendesigner, wenn man sie denn schon so nennen konnte, konzentrierten sich nun weniger auf die Herstellung von Satteltaschen (für die Reise zu Pferde oder in der Kutsche), sondern viel mehr auf Taschen, die per Hand getragen werden konnten und somit für Zugreisen vorteilhafter waren. So war der Terminus „Hand“-Tasche geboren.

Aufgrund der immer stärker werdenden Frauenbewegung entwickelte sich diese Handtaschenmode dann schnell in eine neue Richtung. Zum ersten Mal trugen Frauen eine Handtasche aus modischen und nicht wie zuvor aus praktischen Gründen.

Somit lassen sich durch die gesellschaftlichen Veränderungen in jedem Jahrzehnt bestimmte Handtaschentrends und Stile finden, die in der Geschichte der Mode nicht mehr wegzudenken sind. Wir haben die populärsten Modelle der ersten vier Jahrzehnte rausgesucht und möchten diese in unserer Zeitreise-Reihe vorstellen.

1910er Jahre

In den 1910er Jahren zeichnete sich der Stil der Frau durch Eleganz und eine schmale Linienführung aus. Mode war meist aufwendig mit Stickereien verziert und, inspiriert durch archäologische Funde, mit Mustern aus Ägypten und dem Orient versehen.

Eine der ersten und somit Pionierin der Stilikonen der 1910er Jahre war Tänzerin Irene Castle. Sie trug damals maßgeblich zur emanzipatorischen Entwicklung der Frauenmode bei und prägte somit auch die Entwicklung der Frauenhandtaschen.

Handtaschen in den 1910er Jahren waren aufwendig mit bunten Farben und Mustern bestickt, die an Teppichmotive erinnerten. Oftmals wurden auch bestimmte Szenen und Bilder auf den Taschen dargestellt, um ihnen ein besonderes, hervorstechendes und einzigartiges Aussehen zu verleihen. Zudem waren die Handtaschen meist beutelförmig, aus Leder oder Stoff und wurden mit einem Elfenbein- oder Metallrahmen verschlossen. Auch Metallnetztaschen (so genannt, weil sie aus filigranem Metall gewebt waren) erfreuten sich immer größerer Beliebtheit. Durch ihre maschinelle Herstellung konnten sie schneller und kostengünstiger produziert werden. Da die Taschen meist sehr klein waren, verwendeten sie die modebewussten Frauen der 1910er Jahre weniger als Alltagstaschen, sondern viel eher als elegante Accessoires bei Abendveranstaltungen.

Handtaschen in den 1910er Jahren: Zierlich, schmal und reich dekoriert.  Quellenangabe: http://www.metmuseum.org/art/collection/search/117015?rpp=60&pg=21&ft=bags&pos=1207, gesehen am 27.06.2017, unbekannter Urheber

Handtaschen in den 1910er Jahren: Zierlich, schmal und reich dekoriert.
Quellenangabe: http://www.metmuseum.org/art/collection/search/117015?rpp=60&pg=21&ft=bags&pos=1207, gesehen am 27.06.2017, unbekannter Urheber

1920er Jahre

Die 20er Jahre waren geprägt vom Jazz Age – was vor allem eins erforderte: Beweglichkeit. Frauen trugen Kleider, in denen sie sich frei und gut bewegen konnten. Die Mode in dieser Zeit war aufregend, dramatisch und vor allem ein drastischer Stilbruch von der damals noch nicht lang zurückliegenden Viktorianischen Ära und ihren steifen und einengenden Designs. Kleidung wurde nun aufwendig mit Glitzer und Pailletten bestickt.

Aufgrund des ersten Weltkrieges wurde Leder sehr knapp und teuer, sodass für die Herstellung von Kleidung und Accessoires zunehmend synthetische Materialien verwendet wurden.

Auch in dieser Zeit prägten starke Frauen die fortschreitende Emanzipation: Coco Chanel, Josephine Baker und Pola Negri gelten als die größten Stilikonen der 20er Jahre.

Bis in die 20er Jahre war die Handtasche noch kein Must-Have für die Frau. Das änderte sich jedoch im Laufe dieses Jahrzehnts. Doch welche Handtaschen trugen die Stilikonen damals? Besonders modern waren erneut kleine Silbernetztaschen, die teilweise mit modernen, an den Art Deco angelehnten, geometrischen Mustern versehen waren. Ebenfalls sehr beliebt war die sogenannte „Dorothy Bag“ für den Abend – eine kleine Beutel Tasche aus Stoff oder Leder mit kurzem Henkel, aufwendig verziert mit Perlen, Pailletten, Edelsteinen oder Stickereien. Das zweitbeliebteste Taschenmodell war die „Pochette“ – eine Art Kuvert Tasche, die unter den Arm geklemmt werden konnte. Das Design der Tasche hielt sich sogar bis in die 50er Jahre. Als Verzierung waren Art Deco aber auch ägyptische Muster wie goldene Katzen oder Palmblätter sehr beliebt.

Als eine weitere wichtige Taschenrevolution in dieser Dekade kann die Entwicklung des Reißverschlusses gesehen werden. Ursprünglich von der US-Navy übernommen, die das neue Produkt erstmals in großem Umfang für wetterfeste Uniformen verwendete, revolutionierte der Reißverschluss auch sehr bald die Taschenproduktion, nahm Einfluss auf die Form der Tasche und löste nach und nach Knopf- und Schnürverschlüsse ab.

Handtaschen in den 1920er Jahren: Art Devo und ägyptische Verzierungen finden Anklang.  Quellenangabe: http://eluxemagazine.com/fashion/vintage-handbags-downton-abbey-style/, Artikel vom 14.09.2013, gesehen am 27.06.2017, unbekannter Urheber

Handtaschen in den 1920er Jahren: Art Deco Elemente und ägyptische Verzierungen stehen hoch im Kurs.
Quellenangabe: http://eluxemagazine.com/fashion/vintage-handbags-downton-abbey-style/, Artikel vom 14.09.2013, gesehen am 27.06.2017, unbekannter Urheber

1930er Jahre

In den 1930er Jahren stand in der Mode die Eleganz im Vordergrund. Kleidung war nun wieder etwas figurbetonter und femininer. Besonders beliebt waren lange Kleider, die an der Hüfte enger geschnitten waren, aber einen weiten und glockenförmigen Saum hatten. Zum ersten Mal kommen auch die, bis in die 80er Jahre beliebten, Schulterpolster in Mode. Frauen, welche die Mode und demnach auch die Trends der 30er Jahre prägten, waren: Marlene Dietrich, Greta Garbo oder auch Jean Harlow.

Zu Beginn der 1930er Jahre befindet sich die Welt in einer Wirtschaftskrise, welche auch die Entwicklung der Damenmode im Allgemeinen und der Taschenmode im Besonderen beeinflusste. Der Großteil der Frauen konnte sich keine hochwertigen Taschen leisten und so entschieden sich die Meisten für Modelle, die zumindest kostspielig aussahen. Im Mittelpunkt der modischen Aufmerksamkeit standen reich verzierte, beinahe übertrieben glamouröse Taschen, die jedoch aus minderwertigem Material bestanden. Taschen waren, genau wie in den beiden Jahrzehnten zuvor, eher klein und leicht. Zum Ende des Jahrzehnts wurden die Taschen jedoch größer und auch die Trageriemen länger. Zudem wurden Geometrische Muster und Formen durch verspielte, prunkvolle und künstlerisch hochwertige Designs abgelöst. Ein beliebtes Taschenmodell, welches sich bereits in den 30er Jahren etablierte und noch bis heute nicht wegzudenken ist, ist das Modell Noé von Louis Vuitton.

1940er Jahre

Die Mode der 1940er Jahre war sehr ähnlich zu der Mode des letzten Jahrzehnts. Durch den vorherrschenden zweiten Weltkrieg wurden kaum neue Designs oder Trends entwickelt, denn modische Übertreibungen oder unpassende Kleidung waren nicht erwünscht. Erst nach dem Krieg begannen Frauen wieder modebewusster zu werden und gegen Ende der 40er Jahre entwickelten sich wieder neue Trends.

Welche Entwicklungen konnte man also in der Handtaschenmode feststellen? Die Taschen wurden im Laufe der 40er Jahre zunehmend eckiger und kastenförmiger. Die Kuvert- ähnliche Tasche „Pochette“ aus den 20er Jahren bildete hier höchstwahrscheinlich das Vorbild und wurde weiterentwickelt. Auch musste Rücksicht auf die Bedürfnisse der, zunehmend auf den Arbeitsmarkt strömenden, Frauen genommen werden. Funktionalität bestimmte diese Zeit. Taschen wurden größer, praktischer und besaßen einen langen Trageriemen, den sich die Frauen über die Schulter legten um die Hände frei zu haben.

Eine Zeitreise durch die Jahrzehnte: Teil 2 – Handtaschen in den 1950er, 60er, 70er und 80er Jahren

Im nächsten Teil unserer Zeitreise durch die Jahrzehnte erwartet Sie das Thema „Handtaschen in den 1950er, 60er, 70er und 80er Jahren“ mit allen Trends und wichtigen Themen rund um das Thema Handtasche der verschiedenen Jahrzehnte. Bleiben Sie gespannt – und so lange schauen Sie doch mal bei uns im Shop vorbei, denn hier finden Sie die angesagtesten Handtaschen Trends von 2017!